Hier könnt ihr nachlesen, wie es mir bei meinem FSJ in la Paz ergeht :)

Donnerstag, 4. August 2011

Erster Bericht aus La Paz

So, da ich jetzt schon einige Tage hier drüben in La Paz bin, wird es wohl mal Zeit für ein Lebenszeichen: MIR GEHT’S GUT!
Klar, durch die Höhe habe ich manchmal noch Kopfweh und man muss immer noch Pausen einlegen, wenn wir viele Treppen steigen. Außerdem habe ich mir auch schon eine kleine Magenverstimmung zugezogen an einem leckeren Orangensaft auf einem Markt. Aber das sind ja nur kleine Beschwerlichkeiten :)
Da ich nicht alles aufschreiben kann, was mich an dieser Stadt und den Menschen fasziniert und verwundert, hier drei Dinge, die mich besonders beeindruckt/amüsiert/schockiert haben:
1.      Die Transportmittel:
Wir sind entweder in Minibussen oder in Taxis unterwegs. Die Minibusse sind Kleintransporter in der Größe von VW-Bussen, die durch die ganze Stadt fahren. Jeder Minibus hat vorne in der Windschutzscheibe kleine Täfelchen, die anzeigen, wo sie überall vorbeifahren. Trotzdem gibt es in vielen Bussen neben dem Fahren eine weitere Person, die alle Ziele aus der Tür schreit, damit auch die Analphabeten wissen, in welchen Bus sie steigen müssen. In solche Busse passen bis zu 19 (!) Personen und eine Fahrt kostet zwischen 1,50 und 2,30 Bolivianos (15-23 Cent).
Bei den Taxis passen bis zu 7 Personen in ein normal großes Taxi. Es müssen eben 2 Personen hinten im Kofferraum sitzen :)
2.      La Entrada Universitaria
Die entrada universitaria ist ein Straßenfest, das jährlich zum Beginn des neuen Studienjahres gefeiert wird. Es gibt einen riesigen Umzug durch das ganze Zentrum von La Paz mit verkleideten Gruppen, die traditionelle bolivianische Tänze tanzen. Es ist fast wie Fasching bei uns, nur größer, bunter und irgendwie traditioneller – aber mit genauso viel Alkohol :-D
Auf der entrada habe ich dann sogar von einem Stand auf der Straße gegessen (, was wir eigentlich in den ersten Wochen nicht machen sollten). Aber die RINDERHERZSPIESSE waren einfach zuuu lecker ;)
3.      Proyecto Calle und Proyecto Apoyo Social Familiar
Heute haben wir zwei Projekte besucht, die mich sehr beeindruckt haben. Zum einen „calle“, in dem mit den Obdachlosen gearbeitet wird, und zum andere „apoyo social familiar“, in dem die Familien in den Armenvierteln unterstützt werden.
Bei „calle“ haben wir Jugendliche unter einer Brücke, wo sie leben, abgeholt und sind mit ihnen in einen Park gefahren, um dort mit ihnen Fußball zu spielen. Die Jugendlichen rochen nach Alkohol und dem Klebstoff, den sie schnüffeln, hatten Narben an den Armen und einigen fehlten Zähne, aber trotzdem waren sie froh, dass wir uns mit ihnen beschäftigen und haben am Ende viel mit uns gesprochen. Und: sie haben uns knallhart im Fußball abgezogen :)
Bei „apoyo social familiar“ haben wir zwei Familien in einem Randgebiet von La Paz besucht. Eine Frau hat uns ihr „Haus“ gezeigt. Tatsächlich war es kein Haus, sondern ein einziges Zimmer, das mit zwei Betten und einem Herd vollkommen ausgefüllt war. In diesem Zimmer lebt sie mit ihren 5 Töchtern. Trotzdem war sie stolz auf ihr Heim, weil sie, bevor sie in das Projekt kam, nicht einmal ihre Kinder mit Essen versorgen konnte. Und trotz all dieser Umstände konnte mir die Familie zeigen, dass sie auch mit fast nichts glückliche und sehr offene, sympathische Menschen sein können.

…so genug fürs erste. Über Kommentare würde ich mich sehr freuen.
Euer Max
Mutter im Armenviertel mit 3 ihrer Töchter

2 Kommentare:

  1. uhhh voll cool dass es dir so gut gefällt!!!
    du musst mir mal im Skype antworten...
    Wir wollen nächste Woche mal Ringtrinken machen? sollen wir dich per web Cam zu uns holen ???
    Wünsche dir noch gaanz arg viel Spaß,
    grüße auch von unseren KjG Kindern ;)

    Hab dich lieb :-*

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  2. ... ja, besitz verpflichtet... das ist uns problem .. aber schön wenn es auffällt. ich sende dir liebe grüsse, mit ein bisschen neid, wegen der tollen aufgabe .. bye pekka

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