Hier könnt ihr nachlesen, wie es mir bei meinem FSJ in la Paz ergeht :)

Montag, 29. August 2011

Copacabana





Copacabana

mit einer Beneficiaria und ihrem Sohn















Hoihoi,
dieses Wochenende waren wir mit der ganzen Fundación auf einer Wallfahrt in Copacabana. Es war sehr schön die ganzen Menschen besser kennezulernen ... aber auch sehr anstrengend.

zwei ganz süße Kinder





Sonntag, 14. August 2011

Die 2. Woche

Von Montag bis Donnerstag waren wir auf unserem letzten Seminar, bevor wir endlich anfangen dürfen zu arbeiten. In Achocalla, dem Seminarort, lernten wir von unserer Betreuerin Nina einige bolivianische Tänze und sie erklärte uns beim Lagerfeuer viel über die Population in La Paz. Schließlich kam es am letzten Tag zur Wahl der Projekte, in denen wir nun ein Jahr lang arbeiten werden. Nach einigen Diskussionen, wer wo arbeiten wird, hatte jeder seinen künftigen Arbeitsplatz. Ich werde - zum Glück - im Projekt „Trabajadores“ mit Laurin, Philipp und Alex arbeiten. Dort werden wir Schuhputzer und Straßenverkäuferinnen in der Stadt aufsuchen, um mit ihnen zu reden und auf ein Ziel hinzusparen.

Aussicht in Achocalla



















Freitags stand dann ein sehr interessanter Taller über comida boliviana (bolivianisches Essen) mit Nina an. Wir haben Mais, kleine Kartoffeln, frittierten Käse und den scharfen bolivianischen „Ketchup“ gekocht und jeder hat noch etwas mitgebracht, wie z.B. empanadas. Danach giengs ab zur Schnitzeljagd durch La Paz - leider hat mein Team nicht gewonnen :( 
…aber trotzdem gab es für jeden einen Trostpreis in der Casa de Paso, wo wir dann an der Novena, einem kleinen Gottesdienst zur Vorbereitung auf die Wallfahrt nach Copacabana, teilnahmen.
Dann hatten wir Freizeit und Nina ist mit einigen von uns, die noch Lust hatten, ins Kino gegangen und danach in ein bolivianisches Tanzlokal. Ein fettes DANKE an Nina für den Tag und für ihre super Betreuung im Allgemeinen!!!
Laurin, Nina, Vicky, ich











Samstags war dann Entspannen angesagt und abends haben wir versucht zusammen Spätzle zu kochen, was aber irgendwie in einer kleinen Teigschlacht in der Küche endete :-D
- Das Essen war trotzdem ganz lecker.
Bis dann Max (:

Donnerstag, 4. August 2011

Erster Bericht aus La Paz

So, da ich jetzt schon einige Tage hier drüben in La Paz bin, wird es wohl mal Zeit für ein Lebenszeichen: MIR GEHT’S GUT!
Klar, durch die Höhe habe ich manchmal noch Kopfweh und man muss immer noch Pausen einlegen, wenn wir viele Treppen steigen. Außerdem habe ich mir auch schon eine kleine Magenverstimmung zugezogen an einem leckeren Orangensaft auf einem Markt. Aber das sind ja nur kleine Beschwerlichkeiten :)
Da ich nicht alles aufschreiben kann, was mich an dieser Stadt und den Menschen fasziniert und verwundert, hier drei Dinge, die mich besonders beeindruckt/amüsiert/schockiert haben:
1.      Die Transportmittel:
Wir sind entweder in Minibussen oder in Taxis unterwegs. Die Minibusse sind Kleintransporter in der Größe von VW-Bussen, die durch die ganze Stadt fahren. Jeder Minibus hat vorne in der Windschutzscheibe kleine Täfelchen, die anzeigen, wo sie überall vorbeifahren. Trotzdem gibt es in vielen Bussen neben dem Fahren eine weitere Person, die alle Ziele aus der Tür schreit, damit auch die Analphabeten wissen, in welchen Bus sie steigen müssen. In solche Busse passen bis zu 19 (!) Personen und eine Fahrt kostet zwischen 1,50 und 2,30 Bolivianos (15-23 Cent).
Bei den Taxis passen bis zu 7 Personen in ein normal großes Taxi. Es müssen eben 2 Personen hinten im Kofferraum sitzen :)
2.      La Entrada Universitaria
Die entrada universitaria ist ein Straßenfest, das jährlich zum Beginn des neuen Studienjahres gefeiert wird. Es gibt einen riesigen Umzug durch das ganze Zentrum von La Paz mit verkleideten Gruppen, die traditionelle bolivianische Tänze tanzen. Es ist fast wie Fasching bei uns, nur größer, bunter und irgendwie traditioneller – aber mit genauso viel Alkohol :-D
Auf der entrada habe ich dann sogar von einem Stand auf der Straße gegessen (, was wir eigentlich in den ersten Wochen nicht machen sollten). Aber die RINDERHERZSPIESSE waren einfach zuuu lecker ;)
3.      Proyecto Calle und Proyecto Apoyo Social Familiar
Heute haben wir zwei Projekte besucht, die mich sehr beeindruckt haben. Zum einen „calle“, in dem mit den Obdachlosen gearbeitet wird, und zum andere „apoyo social familiar“, in dem die Familien in den Armenvierteln unterstützt werden.
Bei „calle“ haben wir Jugendliche unter einer Brücke, wo sie leben, abgeholt und sind mit ihnen in einen Park gefahren, um dort mit ihnen Fußball zu spielen. Die Jugendlichen rochen nach Alkohol und dem Klebstoff, den sie schnüffeln, hatten Narben an den Armen und einigen fehlten Zähne, aber trotzdem waren sie froh, dass wir uns mit ihnen beschäftigen und haben am Ende viel mit uns gesprochen. Und: sie haben uns knallhart im Fußball abgezogen :)
Bei „apoyo social familiar“ haben wir zwei Familien in einem Randgebiet von La Paz besucht. Eine Frau hat uns ihr „Haus“ gezeigt. Tatsächlich war es kein Haus, sondern ein einziges Zimmer, das mit zwei Betten und einem Herd vollkommen ausgefüllt war. In diesem Zimmer lebt sie mit ihren 5 Töchtern. Trotzdem war sie stolz auf ihr Heim, weil sie, bevor sie in das Projekt kam, nicht einmal ihre Kinder mit Essen versorgen konnte. Und trotz all dieser Umstände konnte mir die Familie zeigen, dass sie auch mit fast nichts glückliche und sehr offene, sympathische Menschen sein können.

…so genug fürs erste. Über Kommentare würde ich mich sehr freuen.
Euer Max
Mutter im Armenviertel mit 3 ihrer Töchter