Hier könnt ihr nachlesen, wie es mir bei meinem FSJ in la Paz ergeht :)

Mittwoch, 30. November 2011

Taufe


Abel wird gerade getauft, Rosa steht links

















Jedes Jahr veranstaltet die Fundación eine Massentaufe, in der alle Beneficiarios und deren Familienmitglieder getauft werden können. Auch mich haben zwei meiner Schuhputzerinnen gefragt, ob ich nicht Taufpate ihrer Kinder werden könnte. Natürlich konnte und wollte ich so einen Vertrauensbeweis nicht ablehnen und so wurde ich Taufpate von Abel, dem Sohne von Jobita, und Rosa, Tochter von Albertina. Nach der Taufe sind wir in einem Fast-Food-Pollo-Restaurant essen gegangen. Was für uns eher stillos erscheint, war für die Familien meiner Schuhputzerinnen ein Festessen. Danach giengs ab nach El Alto, die Armenstadt über La Paz, wo die Kinder dann auf einen Kindergeburtstag geschickt wurden, während wir in eine Bar gegangen sind. Dort gab es dann reichlich Bier und ich wurde zum Tanzen gezwungen :)
Am Abend wollten meine "Conmadres" (=die Mütter meiner Patenkinder) mich nichtmehr alleine nach Hause gehen lassen, da El Alto bei Nacht doch relativ gefährlich ist, aber mit einiger Überzeugungskraft durfte ich doch noch nach Hause gehen...
Eine sehr schöne Erfahrung :D


Rosa mit ihrer Mutter Albertina (Schuhputzerin)
...und Abel im Hintergrund

Abel mit seiner Mutter Jobita (Schuhputzerin)

Sonntag, 13. November 2011

Schuhe putzen

Ricardo, mein "Lehrer" und ich
 "He, du Depp! Du hast mir die Socken verschmiert. Kannst du keine Schuhe putzen?!" ... das war meine erste Erfahrung an meinem Tag als Schuhputzer. Am Mittwoch bin ich gegen 9:30 Uhr losgegangen mit meinem Schuhputzerkasten und meiner Sturmhaube, um mit Ricardo, einem Schuhputzer mit dem ich spare, den Tag lang zu arbeiten. Wie bereits gesagt, war meine erste Erfahrung als Schuhputzer nicht gerade die beste, aber von Kunde zu Kunde wurde es besser... Als ich dann endlich 8 pesos zusammenhatte, habe ich für meine Schuhputzer und mich eine Flasche Cola gekauft, bevor ich Ricardo, meinen "Lehrer" zum Mittagessen eingeladen habe. Nach dem leckeren und ziemlich reichhaltigen Essen bin ich dann weitergezogen zu anderen Schuhputzern. Auf dem Weg dorthin habe ich noch einigen Straßenverkläuferinnen, mit denen ich spare, gratis die Schuhe geputzt. Bei Andrea, Jobita und Albertina (die anderen total netten Schuhputzerinnen) angekommen, ging die Arbeit dann weiter: eine Frau, die gesehen hat, dass ich ein Choco (=Weißer) bin wollte sogar ein Foto mit mir... hat sie bekommen, aber für den 5fachen Preis des Schuhe Putzens :D
Am Abend war ich dann ziemlich fertig, weil die Arbeit als Schuhputzer doch sehr anstrengend ist. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung, zu sehen, wie die Menschen, mit denen ich täglich spare, ihr Geld verdienen.

(Bilder hierzu folgen. Eine Schuhputzerin hat leider noch die Kamera ^^ )

Guillermina und ich mit ihrem Cholita-Hut
Ich in Aktion und rechts: Albertina